Schützenfest mit bitterem Nebengeschmack


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16.03.2008 | Zurzach 1 – Mellingen 1 7:3 (2:1)

Aufstiegsaspirant Mellingen kassiert gegen Abstiegskandidat Zurzach zum Rückrundenauftakt eine klatschende Ohrfeige. Gleich sieben der insgesamt zehn (!) Tore fielen auf der „falschen“ Seite.
Verlängerter Winterschlaf? Frühjahrsmüdigkeit? Wetterkapriolen? Naturrasen-Anpassungsschwierigkeiten? Personalmangel? Gravierende Schiedsrichter-Fehlentscheide? Ein übermächtiger Gegner? Die Suche nach Gründen könnte noch lange geführt werden. Fündig wird man jedoch kaum. Mellingen stand schlicht und einfach komplett neben den Schuhen und erweckte nicht im Geringsten den Eindruck, über den Strich klettern und Kurs auf die Aufstiegsspiele einschlagen zu wollen. „Ein Spiegelbild der Vorbereitung“, suchte Hermann Graf nach Erklärungen. Beim Trainingslager war nur die Hälfte der Mannschaft dabei und die Trainingsbedingungen auf der Kleinen Kreuzzelg waren unbefriedigend. „Aber das soll keine Ausrede sein“, fügte er hinzu. Auch der Trainer mochte den Auftritt seines Teams nicht schönreden.
Eingeleitet durch einen schweren Abwehrfehler gingen die Gäste nach elf Minuten in Führung und konnten in der 25. Minute nachdoppeln. Erneut wirkte die Mellinger Defensive alles andere als stilsicher. Chancen zur Resultatkorrektur wären vorhanden gewesen. Doch Marco Tovagliaros Tor wurde wegen Offsides aberkannt, weiter verpassten er und Weber mittels Distanzschüssen den Anschlusstreffer.

Anschlusstreffer bewirkt kein Aufbäumen
„In der ersten Halbzeit waren wir eigentlich besser“, resümierte Graf die Chancenverhältnisse. Doch das Ungemach schien kein Ende zu nehmen. Das Heimteam erhielt einen Elfmeter zugesprochen, den Penaltykiller Locatelli jedoch parierte – dieses Kunststück gelang im bereits zum vierten Mal in dieser Saison. Kurz vor dem Pausenpfiff keimte gar noch mehr Hoffnung auf, als Ammann im Anschluss auf einen Eckball den Treffer zum 1:2 erzielen konnte. Doch all die Erwartungen auf ein Aufbäumen waren umsonst. Fünf Minuten nach Wiederbeginn zappelte der Ball wieder im Mellinger Netz.
Mit den Toren von Zahner und Remo Tovagliaro gab es zwar zwischenzeitliche Erfolgsmeldungen für das Mellinger Lager, aber spannend wurde das Spiel nicht mehr. Denn auch der Gastgeber schoss Tore – fleissiger als die Gäste. Die Mellinger Defensivfraktion präsentierte sich desolat und degradierte zuweilen zu Slalomstangen.
„Ein brutales Resultat, praktisch jeder Schuss landete im Tor“, so Graf. „Wir haben nun zwei Wochen Zeit, um die Lehren zu ziehen und unsere Defizite aufzuholen“, blickte er nach vorne. Der Bedarf dazu ist akut. Solange wie in der Vorrunde darf es nicht gehen, bis die Mannschaft in Fahrt kommt. Und dass die Gegner nicht schlafen, hat Zurzach bewiesen.

Telegramm:
Zurzach – Mellingen 7:3 (2:1)
Barz. – 80 Zuschauer. – SR: Fontaniello.
Tore: 11. 1:0. 25. 2:0. 45. Ammann 2:1. 50. 3:1. 53. Zahner 3:2. 65. 4:2. 72. 5:2. 76. Remo Tovagliaro 5:3. 79. 6:3. 83. 7:3.
Mellingen: Locatelli; Fischer, Zoran Tasic, Brühwiler, Di Paolo (67. Vogel); Remo Tovagliaro, Ammann (81. Berisha), Semeraro, Weber (73. Murciano); Marco Tovagliaro, Zahner.
Bemerkungen: Mellingen ohne Palumbo (verletzt), Wächter (rekonvaleszent), Grob (fehlende Spielberechtigung). Verwarnung: 33. Locatelli (Foul). 33. Locatelli hält Foulpenalty.